ssb - der trägerverein


ssb e.V.
im
tommy weisbecker haus
wilhelmstr.9
10963 berlin

fon/fax (030) 2512943

geschichte des tommy weisbecker hauses & vom ssb e.V.

Dieser Text vom ssb e.V. wurde leicht gekürzt auch veröffentlicht in:
Häuserkampf I. Wir wollen alles - Der Beginn einer Bewegung.
Bibliothek des Widerstands - Band 21 LAIKA-Verlag, Hamburg 2012, S.27-33.
Dem Band liegen 11 Filme auf 3 DVDs bei, darunter ein Film über das Leben im TWH:
Weg von der Straße, D 1996, 50 min. Regie: Stattkino Berlin e.V.

ISBN 978-3-942281-05-8

Aktuelle Zusammenfassung unserer Geschichte (2011)

Ende der 1960er Jahre wurde das staatliche Erziehungswesen in Frage gestellt. Die Missstände in Heimen und sogenannten Erziehungsanstalten wurden in die Öffentlichkeit getragen. Es entstand eine "Heim-Kampagne". Immer mehr Jugendliche brachen von zu Hause und aus Heimen aus und gingen auf Trebe. Diese Kampagne wurde unterstützt und aufgenommen von StudentInnen, DozentInnen, LehrerInnen und engagierten JournalistInnen. Die Jugendlichen suchten sich Treffpunkte, um sich ohne staatliche Hilfe selbst zu organisieren.

Da das 1972 gegründete Kultur- und Jugendzentrum "Drugstore" nur tagsüber zur Verfügung stand, besetzten jugendliche Trebegänger im Februar 1973 (nach langen ergebnislosen Verhandlungen mit dem "Berliner Senat" und Wohnungsbaugesellschaften) das "Drugstore" in Berlin Schöneberg, mit dem Ziel, das Haus in der Wilhelmstraße 9 für kollektives Wohnen von der Stadt zu erzwingen. Das Gebäude in der Wilhelmstraße 9 wurde bis 1969 von der Firma Eternit zur Unterbringung von "Gastarbeitern" genutzt, und stand seit dem leer.

Der ssb e.V., dem schon einige der TrebegängerInnen angehörten, wurde als Trägerverein gewählt. Nach zähen Verhandlungen mit dem Senat wurde am 2. März 1973 ein auf ein Jahr befristeter Nutzungsvertrag unterzeichnet. Am darauffolgenden Tag fand der, zunächst auf 2 Etagen begrenzte, Einzug statt. Die Nutzung der beiden oberen Etagen wurde wegen baulicher Mängel untersagt, was zu einer Überfüllung der Etagen führte. Das Haus wurde von den Jugendlichen nach dem 23jährigen Anarchisten Thomas Weisbecker, der am 2. März 1972 in Augsburg von der Polizei erschossen wurde, benannt.

Es wurden gemeinsame Kassen, ein Küchendienst und ein Weckdienst für SchülerInnen eingeführt. Es gab wöchentliche Plena, auf denen versucht wurde, Lösungen für die Probleme des täglichen Lebens zu finden. Besonderer Schwerpunkt war hier auch die Suche nach Arbeits- und Ausbildungsstellen, und die gegenseitige Unterstützung durch Kenntnis und Erfahrungsaustausch um die Probleme des Arbeitslebens zu meistern. Nicht alles lief wie geplant, doch der vermutete Hintergedanke des Senats, daß die Jugendlichen nicht in der Lage wären, eigenständig mit ihrem Leben und Problemen fertig zu werden, und in kürzester Zeit kapitulieren würden, erfüllte sich nicht.

Das Haus gab den ehemaligen TrebegängerInnen ein Dach über dem Kopf, und damit für viele zum ersten Mal die Chance, ihr Leben vernünftig regeln zu können. Aus der Gemeinschaft heraus entstand das Gefühl gebraucht und verstanden zu werden, für jemanden da zu sein und das Gefühl, nicht allen Menschen gleichgültig zu sein. Hieraus ließ sich Kraft und Mut schöpfen, um auch nach persönlichen Rückschlägen einen neuen Versuch zu wagen. Es entstand ein Gefühl der Solidarität, das für die zum größten Teil aus Heimen und zerrütteten Elternhäusern kommenden Jugendlichen vorher unbekannt war.

1974 wurde ein verbesserter, allerdings auch wieder auf ein Jahr befristeter Nutzungsvertrag abgeschlossen. Nun nahm aber die staatliche Repression drastisch zu. Regelmäßig wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Diese hatten ihren Höhepunkt mit der polizeilichen Durchsuchung im März 1975, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der sogenannten "Bewegung 2. Juni" stand. Bei dieser Durchsuchung entstand ein Sachschaden von rund 40.000 DM. Alles, was mühselig in den vergangenen zwei Jahren aufgebaut worden war, wurde von der Polizei zerschlagen. Ratlosigkeit und Verzweiflung über die Verwüstung des Projektes machte sich auch in der zuständigen Stelle des Senates für Jugend und Sport breit. Die vor der Öffentlichkeit im Winter schwer vertretbaren Sachschäden an Fenstern, Öfen, Türen, Waschmaschinen usw. wurden im Laufe der nächsten Wochen mit Hilfe des Senats behoben.

Über die entstandenen Privatschäden der BewohnerInnen reichte der ssb e.V. eine Schadenersatzklage über knapp 13.000 DM ein. Bevor die Klage verhandelt wurde, bot der Innensenat eine Abfindung über 10.000 DM an. Um jahrelange Verfahrenswege zu vermeiden, entschied man sich, das Angebot anzunehmen. Noch bevor das Haus in der Wilhelmstraße wieder bewohnbar gemacht wurde, führte die Bauaufsichtsbehörde eine Begehung durch, und nur durch die Solidarität und die Proteste der Öffentlichkeit konnte eine drohende Schließung des Hauses, wegen der durch die Durchsuchung verursachten baulichen Mängel, verhindert werden.

Dies und ein Ultimatum des Senates, der den vom Verein eingesetzten Hausmeister nicht akzeptieren wollte, zeigte dass das Projekt am Kippen war. Der Senat bot das Haus auch der Arbeiterwohlfahrt zur Nutzung an. Ende 1975 versuchte der Senat, durch das Aufzwingen einer Sozialarbeiterstelle für das Thomas-Weisbecker-Haus, mehr Kontrolle und Einfluß auf das Haus zu gewinnen. Glücklicherweise erklärte sich eine Frau aus dem Umfeld des TWH bereit, diese Stelle zu besetzen, so daß die Eigenständigkeit des Projektes gewahrt blieb.

Nach den zwei ersten turbulenten Jahren stellte sich eine scheinbare Ruhe ein, die jedoch immer wieder durch unverhältnismäßig harte polizeiliche Durchsuchungen "gestört" wurde; aus geringstem Anlaß, z.B. wegen Ruhestörung, wurde das Haus regelmäßig von 50 und mehr Polizisten durchsucht, teilweise mit gezogener Waffe und Maschinenpistolen im Anschlag. Dieser untragbare Zustand besserte sich erst, nachdem in einem Gespräch mit der Berliner Senatsverwaltung vereinbart wurde, dass die Senatsverwaltung von geplanten Durchsuchungen in Kenntnis gesetzt werden musste, und ihrerseits die Sozialarbeiter die Sozialarbeiter des TWH im Voraus informierte um, wenn möglich, den Sachverhalt vorab zu klären, und eine Durchsuchung abzuwenden.

Seit der Gründung war am TWH von den BewohnerInnen andauernd renoviert und gebaut worden, doch fehlte es immer an finanziellen Mitteln für Werkzeuge und Baumaterialien. Daher wurden im Jahr 1980 Gelder für die Renovierung und Instandhaltung des Hauses in der Wilhelmstraße beantragt, die BewohnerInnen des Hauses sollten in die geplanten Bau- und Renovierungsarbeiten soweit wie möglich einbezogen werden. Nach langem bürokratischen "Hick-Hack" wurden 1982 im Rahmen der Selbsthilfe und der anstehenden "Internationalen Bauausstellung Berlin 1984" Gelder für die Renovierung des Hauses bewilligt. Es begann eine umfassende Renovierung und Sanierung des Hauses, die bis zur Fertigstellung der Fassade insgesamt sieben Jahre dauern sollte. Die BewohnerInnen des Hauses wurden weitgehend in die Arbeiten eingebunden. Installationen und Sanitäranlagen wurden komplett erneuert, das Dach wurde erneuert, so dass auch die beiden oberen Etagen bewohnbar wurden, die Böden auf allen Etagen wurden renoviert und teilweise komplett erneuert. Eine Warmwasser- und Heizungsanlage wurde eingebaut. Mit der Fertigstellung des Fassadenbildes 1989 als letzte Baumaßnahme war das gesamte TWH fertiggestellt. Nach Abschluss der letzten Baumaßnahmen wurden innerhalb des TWH der Veranstaltungssaal und das Café Linie 1 als Begegnungsstätte eingerichtet, die fortan als selbstverwaltete Projekte des ssb e.V. geführt werden. Dem ssb e.V. als Trägerverein schlossen sich neben dem selbstverwalteten Jugendzentrum „Drugstore“, das Wohnprojekt „Mansteinstraße“ sowie die KFZ-Werkstatt „Schöneberger Straße“ an.



Der ssb e.V. heute

Auch heute noch ist das TWH ein Trebe- und Wohnprojekt. Hier finden junge Menschen, die in herkömmlichen Einrichtungen keine Aufnahme finden oder dort nicht bleiben wollen einen Ort zum Wohnen und Leben. Zur Beratung und sozialpädagogischen Betreuung steht den Bewohnern des TWH das ssb-Büro und falls nötig, eine befreundete Sozialarbeiterin zur Verfügung, außerdem arbeitet eine Verwaltungskraft als Festangestellte im Projekt.

Es werden jugendliche, junge, erwachsene TrebegängerInnen in Notsituationen aufgenommen, sie werden beraten und, wenn sie nicht im TWH bleiben wollen oder können, an geeignete Einrichtungen weitervermittelt. Vier Notübernachtungsplätze pro Etage stehen jederzeit frei und eine Primärversorgung für TrebegängerInnen bereit. Eine Besonderheit ist, dass im TWH noch immer Menschen leben, die selber als Trebekinder ins Haus gekommen sind und heute AnsprechpartnerInnen für TrebegängerInnen sind. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen haben sie ein Verständnis für die Lebenslagen von Obdachlosen oder Problemsituationen junger Menschen und können einen unterstützenden Umgang mit den Jugendlichen entwickeln. Diese Besonderheit des TWH gehört seit Anbeginn zum Konzept des ssb e.V. Die BewohnerInnen sollen bei Neueinzügen Hilfe zur Selbsthilfe geben und Bestandteil eines Resozialisierungsprozesses sein.

Im TWH leben im Durchschnitt 40 Menschen, die gemeinsam und gleichberechtigt über Fragen im Haus (Instandhaltung, Organisation und Soziales) beim regelmäßigen Haustreffen reden. Dort werden auch die grundlegenden Entscheidungen für das Zusammenleben beschlossen und ein demokratisches Grundverständnis sowie ein respektvoller Umgang mit Mitmenschen vermittelt. Für die Aufnahme ins Hauskollektiv gilt die Bereitschaft zur Mitarbeit und die Regelung der persönlichen Verhältnisse mit Hilfe des Kollektivs und Unterstützung des ssb-Büros. In mehreren Arbeitsgruppen können die BewohnerInnen sich engagieren. In einer Handwerks-, Öffentlichkeits-, Garten-, Tanz-, Sport-, Koch-, Büro- und Trebergruppe sowie einer Computer-AG wird ein Gefühl der Eigenverantwortung generiert. Die Arbeitsgruppen führen die BewohnerInnen, die zum Teil Langzeitarbeitslose sind, an mögliche Tätigkeitsfelder heran, loten Interessen und Fähigkeiten aus und lösen sie aus ihrer Isolation und Lethargie. Ziel ist die Resozialisierung und Stabilisierung der einzelnen Individuen zur Vorbereitung auf ein eigenständiges und souveränes Leben. Alle anfallenden Kosten (Instand-, Betriebs-, Verwaltungs- und Betreuungskosten) werden durch die BewohnerInnen in Form eines monatlichen Nutzungsentgeltes selbst bestritten. Um die Nutzungsentgelte gering zu halten, beteiligen sich die im TWH befindlichen Projekte und Arbeitsgruppen an diesen Kosten.

Ähnliches gilt für das selbstverwaltete Wohnprojekt „Mansteinstraße“. Die Mansteinstraße stellt günstig Wohnraum für GeringverdienerInnen, LeistungsempfängerInnen, UmschülerInnen und Studierende zur Verfügung. Durch das selbstorganisierte Leben im Haus sind die allgemeinen Kosten gering, es bedarf weder einer Verwaltungs-, oder Hausmeister- noch einer Reinigungskraft. Mit dem Pachtvertrag besteht die Verpflichtung der Instandhaltung. Durch die anfallenden Arbeiten lernen die BewohnerInnen einen verantwortungsbewußten Umgang mit dem Haus und haben zahlreiche Lern- und Betätigungsmöglichkeiten. Gleichzeitig ermöglicht diese Struktur einen Umgang miteinander, durch den sich die BewohnerInnen bei sozialen Problemsituationen besser unterstützen können. So wird u.a. versucht, einen sozialverträglichen Umgang mit Mietschulden zu organisieren und so drohende Obdachlosigkeit zu verhindern. In Problemsituationen gibt es unterschiedliche Hilfestellungen, wie z.B. Begleitung bei Ämtergängen, Beratung bei Ausfüllen von Formularen und Austauschs- und Gesprächsangebote. In der hauseigenen Fahrradwerkstatt können sich Kinder und Jugendliche, teilweise auch erwachsene AnwohnerInnen Rat und Unterstützung holen und Werkzeug für notwendige Reparaturen gestellt bekommen.

Der Veranstaltungssaal im Erdgeschoss des TWH gehört seit den 1990er Jahren zum Angebot des ssb e.V. Er gibt Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Arbeitssuchenden die Möglichkeit, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Da für junge Menschen die Musik ein wesentlicher Bestandteil ihres Lebens ist, wird auf diesem Wege ein Interesse an einer gesellschaftlichen Tätigkeit geweckt. Unter Anleitung werden Jugendliche, junge Erwachsene und Arbeitssuchende an dieses Berufsfeld herangeführt und soziale Kompetenz durch den Umgang mit Menschen geschärft. Im Kollektiv lernen sie eigenverantwortlich eine Veranstaltung zu planen und zu organisieren. Dazu zählen der Auf- und Abbau von technischen Geräten, das Booking und die Betreuung von Bands und KünstlerInnen, der Ein- und Verkauf von Getränken sowie die kaufmännische Abwicklung und das Instand- und Sauberhalten der Räumlichkeiten. Team- und Kommunikationsfähigkeit werden bei der gemeinsamen Durchführung von Veranstaltungen ausgebildet. Die Gestaltung von Einladungsschreiben und Werbemitteln mittels Grafikprogrammen bietet eine kreative Beschäftigung. Ebenso dient der Veranstaltungssaal dazu, jungen MusikerInnen eine Auftrittsmöglichkeit zu verschaffen und ihre Angehörigen und Freunde dazu einzuladen. Im Team verhandeln die Jugendlichen und jungen Erwachsen mit KünstlerInnen und Bookingagenturen und versuchen, auch schon bekannte Bands und KünstlerInnnen für einen Auftritt im Thomas-Weisbecker-Haus zu gewinnen. Über Vermietungen an Fremdveranstalter findet ein Erfahrungstransfer statt. Hier bietet sich die Möglichkeit, tiefgehendere praktische Erfahrungen im Bereich Veranstaltungsorganisation und -technik zu sammeln und Erlerntes weiter auszubauen, um evtl. auch beruflich in diese Richtung zu gehen. Durch Netzwerke mit anderen Veranstaltungsorten sollen die Chancen auf Ausbildungsplätze und Anstellungsverhältnisse in diesem Berufsfeld erhöht werden. Für Arbeitssuchende dient die Tätigkeit im Veranstaltungssaal auch dazu, Lücken in ihren Erwerbsbiographien zu schließen. In wöchentlichen Plena werden die Aufgaben verteilt und ein/e Leiter/in für die jeweilige Veranstaltung bestimmt. Bei der Auswahl und der Durchführung der Veranstaltungen werden dem Kollektiv weitgehende Freiheiten zugestanden. Das Arbeitskollektiv ist so strukturiert, daß die Mitarbeit interessierter junger Menschen jederzeit offen ist, wobei die Entwicklung eigener Ideen und Projekte und der Austausch von Erfahrungen im Vordergrund steht. Das Kollektiv arbeitet ausschließlich ehrenamtlich, um Kulturangebote preisgünstig anzubieten, gleichzeitig erhalten hier junge Bands und KünstlerInnen Auftrittsmöglichkeiten. Die Einnahmen aus Vermietungen und selbstorganisierten Veranstaltungen dienen ausschließlich zur Bestreitung der Raumkosten und zur Zahlung des Nutzungsentgeltes an den ssb e.V.

Das selbstverwaltete Café Linie 1 ist der Versammlungsort des Vereins, deren Angehörige und der Nachbarschaft. Hier werden Kontakte zu KietzbewohnerInnen unterschiedlichster Schichtzugehörigkeit hergestellt. Seit den 1990er Jahren wandelte sich der Kietz zum sozialen Brennpunkt bei gleichzeitiger Entwicklung zum Verwaltungs- und Tourismuszentrum durch Wegfall der „Berliner Mauer“. Durch Nachbarschaftsarbeit wird eine Begegnungsstätte von KietzbewohnerInnen mit Migrationshintergrund, Arbeitslosen sowie Berufstätigen zur Verfügung gestellt. Durch verschiedene, musikalische Themenabende werden vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, insbesondere Straßenkinder angesprochen, die hier einen attraktiven Aufenthalts- und Freizeitort finden. Im Café stehen Darts, Billard, Flipper, Karten- und Brettspiele für Vereinsmitglieder und Gäste zur Verfügung. Für das Kollektiv des Veranstaltungssaals liegen hier die neuesten Zeitschriften und Fachliteratur zum Veranstaltungswesen aus. Dort finden die Plena der Projekte, Kollektive und Arbeitsgruppen statt. Das Café wird in Selbstverwaltung durch die BewohnerInnen und Vereinsmitglieder betrieben. Zu dem Aufgabenbereich zählt der Ein- und Verkauf von Getränken, die Instand- und Sauberhaltung der Räumlichkeiten, die Planung und Vorbereitung von Treffen und Plena sowie die kaufmännische Abwicklung, wodurch den BewohnerInnen und Vereinsmitgliedern praktische Kenntnisse im Gastronomiegewerbe vermittelt werden. Das Café beteiligt sich an den anfallenden Kosten des TWH und trägt somit zur Finanzierung des ssb e.V. bei.

Das selbstverwaltete Jugendzentrum „Drugstore“ bietet kulturelle Veranstaltungen von und für Jugendliche an. Dazu zählen regelmäßig stattfindende, kostenlose Konzerte und Diskos, Kurse in der Druckerei und der Siebdruckwerkstatt des Jugendzentrums sowie die freie Nutzung der Ton- und Holzwerkstatt und des Fotolabors. Regelmäßig veranstaltet das Drugstore Filmvorführungen, Dia-Vorträge, Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und Theateraufführungen. Weiterhin werden Übungsräume für Nachwuchsbands und eine Zweiradwerkstatt zur Verfügung gestellt. Straßenkinder und TrebegängerInnen können kostenlos Wäsche waschen und sich duschen. Pädagogische Konzepte werden stetig den Ansprüchen angepasst.

Bis vor kurzem bot die selbstverwaltete KFZ-Werkstatt „Schöneberger Straße“ sozial oder sonstig benachteiligten Jugendlichen und Erwachsenen, wie z.B. Hartz IV-EmpfängerInnen, TrebegängerInnen, ehemals Drogenabhängigen, Haftentlassenen sowie allen Interessierten berufsvorbereitende Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Ein Kollektiv führte die Aufsuchenden in Arbeitsbereiche ein, gab Hilfestellung und betreute bei Durchführungen von Tätigkeiten im KFZ-Werkstatt-Bereich. Zusätzlich realisierte es die Organisation und Durchführung verschiedener Kurse, z.B. Schweißerkurse, Vorbereitung auf die Führerscheinprüfung, Fahrradtechnik und -reparatur und KFZ- und Motorradtechnik. Bis Mai 2011 war die Schöni im ssb-Verein organisiert, seit Juni 2011 ist sie selbstständig

Das Projekt „Arbeit statt Strafe“ bietet Beratung und Betreuung an und ist anerkannter Beschäftigungsgeber für Verurteilte, die ihre Geldstrafe nicht bezahlen können, dazu zählt die Beratung und Unterstützung bei Antragstellung „Freie Arbeit“, bei der Lösung individueller und finanzieller Probleme zur Vermeidung zukünftiger Straffälligkeiten, die Integration straffälliger Jugendlicher und junger Erwachsener in soziale und kulturelle Projekte, die Vermeidung von Haftkosten der Ersatzfreiheitsstrafe sowie die Resozialisierung.




Stellenbeschreibung SozialarbeiterIn

Bis zum Jahr 2006 besaß der ssb e.V. eine geförderte Sozialarbeiterstelle. Kernaufgaben waren die Betreuung und Vermittlung von jugendlichen und erwachsenen TrebegängerInnen, die Beratung in Ämterangelegenheiten sowie die Betreuung der Hausbewohner und deren Unterstützung bei der Aufnahme von TrebergängerInnen. Seit dem Jahr 2007 gab es keine Förderung der Sozialarbeiterstelle, so dass das Betreuungsangebot eingeschränkt und nur noch ein Notbetrieb aufrecht erhalten wurde. Bei diesem Notbetrieb ist es seitdem geblieben. Anfangs war das Büro einmal wöchentlich durch eine Sozialarbeiterin besetzt. Später fanden nur noch gelegentliche Besuche statt. Innerhalb dieser fünf Jahre kam es zu einem Identifizierungsverlust seitens der Bewohnerschaft des TWH mit dem ssb e.V. und deren Ziele. Ursprünglich gab es pro Etage einen Treberbeauftragten die in Zusammenarbeit mit der Sozialarbeiterin die TrebergängerInnen betreute. Dieses Konzept liegt seitdem brach. Die Bewohnerschaft war bisher in den Projekten des ssb e.V. eingebunden, auch dieses liegt seitdem brach. Die Bereitschaft der Bewohnerschaft sich am Vereinsleben zu beteiligen ist stark zurückgegangen. Der ssb e.V. bietet zahlreiche Projekte und Tätigkeitsfelder um sich selbst zu verwirklichen, die Bewohnerschaft sollte dies wieder nutzen. Um den ssb e.V. wieder zu dem zu machen, was er eigentlich war, benötigt der ssb e.V. mindestens eine vollzeitige Sozialarbeiterstelle. Haupteinsatzort ist das TWH. Zum Aufgabenbereich zählen:

  • Die Betreuung der Bewohnerschaft und deren Integration in die internen Projekte und Arbeitsgruppen des ssb e.V. oder externe soziale Projekte.
  • Ermittlung der Interessen und Fähigkeiten der einzelnen BewohnerInnen und Heranführung an mögliche Tätigkeitsfelder.
  • Begleitung einzelner BewohnerInnen bei berufsvorbereitenden Maßnahmen.
  • Motivationstraining für interne und externe Langzeitarbeitslose.
  • Hilfestellung bei Krisenbewältigung und Problemlösen bei einzelnen BewohnerInnen.
  • Koordination und Begleitung von Arbeitseinsätzen, auch im Rahmen von „Arbeit statt Strafe“.
  • Suchtprävention und Drogenberatung.
  • Betreuung und Vermittlung von TrebergängerInnen.
  • Beratung in Ämterangelegenheiten.
  • Herstellung von Netzwerken zu anderen sozialen Projekten Berlins, insbesondere Treberarbeit- und Straßenkinderprojekten.
  • Begleitung der Hausplena mit Protokollführung.
  • Erstellen von Jahresberichten.